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 Wirtschaftsagentur Wien
09.11.10

ENERGYbase: Das Bürohaus der Zukunft

Sonnenenergie und Erdwärme zur nachhaltigen Energieversorgung für Bürohäuser

 

Zwei Euro Heizkosten pro Jahr und Quadratmeter - inklusive aller Kosten für Warmwasser, Kühlung oder Beleuchtung. Ein Scherz? Mitnichten. Im ENERGYbase entsprechen diese Daten der Realität. Als eines der österreichweit innovativsten und größten Bürogebäude im Passivhaus-Standard zeigt der futuristische Baukomplex in Wien-Floridsdorf, wie sich Energie- effizienz, Ressourcenschonung und Klimaschutz in den Bürobau integrieren lassen. Dank Solaranlage, moderner Wärmepumpen, 500 Pflanzen zur Luftbefeuchtung im ausgeklügelten Gebäudedesign reduziert sich der Energieverbrauch im ENERGYbase im Vergleich zu herkömmlichen Büroimmobilien um 80 Prozent.

 

Auch die Umwelt sagt Danke: Pro Jahr können mit diesem intelligenten Bausystem rund 180 Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart werden. Das ENERGYbase mit einer Nutzfläche von 7.500 Quadratmetern wird zur Gänze mit Solarenergie und Erdwärme beheizt und klimatisiert. Die eigenwillig gezackte Südfassade ist nicht nur ein Hingucker, sondern macht auch Sinn: Im Winter lässt sie das flach einfallende Sonnenlicht sowie die Sonnewärme ungehindert durch.

 

Durch eine spezielle Luftführung verteilt sich die Wärme bis in den Norden des Gebäudes. Im Sommer treffen die Sonnenstrahlen stattdessen auf eine rund 400 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage an der Zackenoberseite, die die Sonnenenergie in Strom umwandelt. Durch eine intelligente Lichtführung und eine spezielle Grundrissgestaltung wird das Gebäude vollständig mit natürlichem Tageslicht durchflutet. Die Heizung und vor allem die Kühlung des Gebäudes erfolgen über eine wärmeaktive Raumdecke mit Energie aus der Erde:

 

Im Winter versorgt eine Grundwasser- Wärmepumpe die in der Decke integrierten Leitungen mit Warmwasser. Im Sommer wird die Wärmepumpe abgeschaltet und das Gebäude über Free Cooling gekühlt: Dabei leitet man das Grundwasser lediglich über einen Wärmetauscher und nutzt es so direkt zur Kühlung.

 

Photovoltaik-Module in der Fassade wandeln Solarenergie in Strom um

Die Kühlung der Frischluft erledigt das Solar Cooling: Die Rede ist von einem solarthermisch angetriebenen Kühlprozess, der im ENERGYbase österreichweit erstmals bei einem Bauvorhaben dieser Größenordnung zum Einsatz gekommen ist. Der große Vorteil dieser Technologie: Die Solarkollektoren liefern die meiste Energie während des Sommers, wenn auch der Kühlbedarf am höchsten ist.

 

Eine weitere Premiere stellt die Nutzung von Pflanzen zur natürlichen Befeuchtung der Raumluft während der Wintermonate dar. Insgesamt 500 Zyperngras-Stöcke sorgen als ökologische Feuchtegeneratoren und Schadstofffilter für ein angenehmes und gesundes Raumklima. Vor Baubeginn wurde die innovative Gebäudekonstruktion per Computersimulation mehrmals auf Herz und Nieren getestet.

 

Das ENERGYbase ist ein Kooperationsprojekt der Wirtschaftsagentur Wien, dem Architekturbüro POS architekten und dem Energy Department des Austrian Institute of Technology (AIT). Das Team von AIT zeichnet sich für die Entwicklung des Energiekonzepts sowie die Simulation und das Monitoring verantwortlich.Als Experte für einen ganzheitlichen Ansatz zur umweltfreundlichen Energieversorgung von Gebäude und Städten von morgen verknüpft das Energy Department dezentrale Energieerzeuger, Verteilernetze und intelligente Gebäude mit effizienten Heiz- und Kühltechnologien zu einem nachhaltigen Energiesystem.

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