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Räumungsbefehl wurde ignoriert - nun drohen Konsequenzen
13.01.09

Ankerbrot bekommt Räumungsklage

Seit 2005 ist bekannt, dass der Pachtvertrag für die Brotfabrik in Wien-Favoriten mit Ende 2008 ausläuft und nicht verlängert wird. Dennoch hat das Management bislang die von der Stadt Wien und dem Wiener Wirtschaftsförderungsfond angebotenen Alternativstandorte allesamt abgelehnt und keine Bereitschaft gezeigt, das traditionsreiche Gebäude in der Absberggasse zu räumen.

Doch nun gibt es juristische Konsequenzen. „Wir haben die Räumungsklage eingereicht", bestätigt Herbert Putz, Geschäftsführer der Eigentumsgesellschaft ASC. „Dies war notwendig, um unsere Ansprüche an der Liegenschaft nicht zu verlieren." Putz hofft dennoch, sich mit den Ankerbrot-Eigentümern, der deutschen Unternehmerfamilie Ostendorf, über einen geregelten Standortwechsel zu einigen. „Die Verhandlungen laufen weiter."

Wohnungen geplant

Die teilweise denkmalgeschütze Fabrik im zehnten Wiener Gemeindebezirk ging im Jahr 2005 in das Eigentum eines Bankenkonsortiums unter der Führung der Bank Austria über. Damals war Ankerbrot in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die Banken haben einem Sanierungskonzept zugestimmt und Verbindlichkeiten in der Höhe von 32 Millionen € getilgt. Im Gegenzug ging das rund 70.000 Quadratmeter große Ankerbrot- Areal und die Brotfabrik in das Eigentum des Konsortiums über. Zusätzlich wurde vereinbart, dass Ankerbrot noch bis Ende 2008 das Areal pachten kann, dann jedoch zu einem neuen Standort umziehen muss. Die Banken planen, auf dem zentrumsnahen Areal unter teilweiser Erhaltung der alten Bausubstanz Wohnungen und Büros zu errichten.

Schon seit geraumer Zeit versuchen die Stadt Wien und der Wiener Wirtschaftsförderungsfond, den Ankerbrot Geschäftsführern Klaus und Peter Ostendorf Alternativstandorte schmachhaft zu machen. Obwohl kreative Finanzierungsmöglichkeiten und großzügige Förderungen angeboten wurden, hat Ankerbrot diese bislang alle abgelehnt. So gebe es laut Wirtschaftsförderungsfond für Ankerbrot die Möglichkeit, dass ein Projektgesellschaft die Fabrik baut und Ankerbrot dort als Mieter einzieht.

Verkauf gescheitert

Die deutsche Unternehmersfamilie Ostendorf hat Ankerbrot im Jahr 2003 übernommen. Die Geschäftsführung teilen sich seitdem Klaus Ostendorf und sein Sohn Peter. 2007 wollte Ostendorf Ankerbrot an den Nordsee-Eigentümer Heiner Kamps veräußern - der Verkauf scheiterte jedoch in letzter Minute. Eine Unternehmenssprecherin von Ankerbrot meinte auf Anfrage, dass die Geschäftsführung zu diesem Thema derzeit keine Stellungnahme abgibt. (WirtschaftsBlatt)
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