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Bautafel

Bauherr: KABEG, Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft, Franz Sonnberger, Herwig Wetzlinger, Manfred Freitag
Architektur: Arge Generalplaner LKH Klagenfurt Neu, Wien; DFA Dietmar Feichtinger Architects;
Priebernig „P“ ZT GmbH Architekten + Ingenieure; Müller & Klinger/Architects Collective Ac ZT-GmbH

Klinikum Klagenfurt

Mit 4.000 Bediensteten, 1.400 Betten, jährlich 300.000 ambulant und 80.000 stationär Behandelten ist es das drittgrößte Krankenhaus Österreichs und zeigt eine Alternative zum Standardtyp von Großkliniken. Im EU-weiten Bewerbungsverfahren entschied man sich gegen das Übliche – massiver Sockel plus Hochhaus – für eine Form, die sich am Ort und primär am Komfort der Patienten orientiert. Die Neudefinition einer dezentralen niedrigen „Gartenstadt“, die zur ins alte Flussbett verlegten Glan ins Grün ausstrahlt, die allen Zimmern, Stationen, Fluren und Behandlungsräumen Ausblicke sowie auch Zugang ins Grün bietet, erforderte von Bauherrschaft sowie Management Mut und Überzeugungskraft, um alte Betriebsmuster umzustellen. Gegenüber Kompaktlösungen sind manche Wege länger, doch der Gewinn an Orientierungs- und Aufenthaltsqualität für Patienten wie Besucher überwiegt. Der Betriebs- und Raumaufwand wird auch durch automatisierte Transportwege reduziert. Ein klares Farbleitsystem, durchgängige Transparenz und natürliche Lichtfülle in der netzartigen, im Detail einfachen und in der Grundhaltung „leichten“ Raumstruktur sowie die unterschiedlich bepflanzten Höfe schaffen eine entspannte, humanzentrierte, fast hotelähnliche Atmosphäre.


Kommentar des Bauherren: „Die Rolle des Bauherren ist bei einem Projekt dieser Größenordnung insbesondere in der professionellen Großzügigkeit der grundsätzlichen Weichenstellungen hervorzuheben: Das komplette Neuaufsetzen der Gesamtstruktur inklusive Versorgungsbauten unter Einbeziehung so einschneidender Maßnahmen wie das Verlegen eines Flusses.“

Bautafel

Bauherr: Mayrhofner Bergbahnen AG, Mag. Michael Rothleitner
Architektur: M9 Architekten: Lanzinger, Innsbruck

Freiraum Ahorn, Mayrhofen im Zillertal

Tourismus – für ganzjährige Angebote, für den Umgang mit Ressourcen.“ Die Kooperation mit dem Architekten setzte die Erfahrungen beim Stationsbau fort, war essentiell für die Entwicklung des gesamten Betriebskonzeptes. Auf 2.000 Meter Seehöhe birgt ein schlichter Sockel Geräte und Servicezonen; seine Dachplatte aus Spannbeton bildet im steilen Umfeld ein großes Plateau, offen für vielfältigste Nutzungen. Darüber aufgeständert führt eine verglaste „Brücke“ von der Station zur Felskante, lässt ein exquisites Panorama-Café über dem Abgrund schweben, bietet Räume für Seminare, umweltbezogene Ausstellungen: Urbanes, schnörkelloses Flair im Hochgebirge, barrierefrei erschlossen, funktional für alle Jahreszeiten und Altersstufen. Architektur zeigt sich als ortsspezifische, technisch geformte, räumlich interpretierte Natur.


Kommentar des Bauherren: „Die Aufgabe war, in einer auf 2.000m Seehöhe schwierigen, aber trotzdem notwendigen, möglichst ökologischen Bauführung einen Gebäudekomplex zu schaffen, der möglichst unaufdringlich die Notwendigkeiten der Logistik eines Seilbahnunternehmens aufzunehmen vermag. Darüber hinaus war aufgrund der bestehenden Erfahrungen mit dem Architekten keine Vorgabe Gegenstand des Auftrages, weil nur so das kreative Potential bestmöglich zu unserem Nutzen ausgeschöpft werden konnte.“

Bauherr: Verein Artenne; Hildegard und Helmut Schlatter
Architektur: Hansjörg Thum, Bregenz

Artenne in Nenzing

Ein Beispiel von allgemeiner Relevanz, wie aus Privatinitiative, mit minimalen Mitteln, mit Einbindung institutioneller und professioneller Kompetenz alltäglicher, unspektakulärer Raum für neue Nutzungen belebt werden kann und damit öffentlicher, baukultureller Mehrwert entsteht. Das im Jahr 1841 errichtete Bauernhaus ist eines der wenigen der Art, die es im Walgau noch gibt. Schon in den 1990er Jahren öffneten Hildegard und Helmut Schlatter sporadisch den Wirtschaftstrakt für Workshops und Ausstellungen. Ab 2005 dachte man an ganzjährige Verwendung des Stadels als Bühne für Kunst und Kultur der ländlichen Region, die im radikalen Umbruch steht. Ein Verein wurde gegründet; zur technischräumlichen Nachrüstung des Stadels wurde professionelle Planung nötig. Die Schlatters wandten sich an das Architekturinstitut Vorarlberg um Rat; vier Teams wurden zum Architekturwettbewerb geladen, vom „EU LEADER Förderprogramm“ kam Förderung. Mit gemeinsamer Weiterentwicklung des Siegerprojektes entstand eine vorbildliche Revitalisierung: Die Atmosphäre der Scheune blieb erhalten. Die Interventionen antworten dem Bestand ebenso werkzeughaft, reduziert, roh: Das Neue ist nirgends kostbarer als das Alte, doch von gleicher Intelligenz, und das Ganze nicht auf Fotos, nur am Ort selbst richtig spürbar.


Kommentar des Bauherren: „Im nachhinein betrachtet war es eine wichtige Entscheidung, zur baulichen Realisierung über einen Wettbewerb mehrere Ideen präsentiert zu bekommen. Über diese Auseinandersetzung mit Experten haben sich unsere Vorstellungen und Absichten als Bauherren zum Projekt noch einmal konkretisiert und auch neue Sichtweisen und Zugänge aufgetan.“

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Bauherr: Land Oberösterreich; DI Albert Aflenzer, Ing. Bernhard Haider
Architektur: Architekten Dickinger-Ramoni, Innsbruck

Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschule Ritzlhof, Haid

Ritzlhof nennt sich diese Landesfachschule für „grüne Berufe“ inmitten eines zehn Hektar großen Landesguts. Jährlich werden hier 600 Schülerinnen und Schüler unter anderem in Garten- und Landschaftsbau ausgebildet; das Areal wird auch für große regionale Veranstaltungen genutzt, zuletzt für die Landesgartenschau mit tausenden Besuchern. Zur Erweiterung des Bestands mit Aula, Mehrzwecksaal, Unterrichtsräumen, Bibliothek wurde ein Architekturwettbewerb durchgeführt, die Ausführung in Holzbau verlangt. Das Resultat beeindruckt aus zwei Gründen: Durch die Materialvorgabe und die einstimmige Haltung ein Projekt zu realisieren, das typologisch und räumlich gängige Schulbaukriterien hinter sich lässt und auch im ländlichen Bauen Maßstäbe setzt. Der Neubau zeigt eine präzise Umformung und Nutzung des Geländes; ersteigert – formal unabhängig – die Altbauten zum Dreiklang, zugleich ist die Strukturalität modernen Holzbaus sachlich und spielerisch so genützt, dass neben ungezwungener Behaglichkeit eine Fülle von Tageslichteffekten und Landschaftsaspekten, von vielseitig nutzbaren Innen-Außen-Beziehungen, von räumlich atmosphärischen Nah- und Fernwirkungen die Anlage durchwebt. Keine auftrumpfende Geste, sondern leichte, pavillonhafte Baukunst im Dialog mit dem Licht, dem Hang und den Bäumen.


Kommentar der Jury: „Es entsteht eine wohnlich, kommunikative Atmosphäre jenseits aller Schulkriterien, die nur durch das intensive Zusammenwirken von Bauherr, Nutzer und Architekten möglich wurde.“

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Bauherr: Bankhaus Spänger & Co AG
Architektur: Heidl Architekten ZT GmbH Linz
Freiraum: Barbara Bacher

Bankhaus Spängler, Linz

Eine traditionsreiche Salzburger Privatbank erwirbt ein leer stehendes, desolates, denkmalgeschütztes Haus in Linz. Es ist dort am Hauptplatz das Kleinste: 6,6 m breit und 52 m tief. Es steht auf mittelalterlichen Grundmauern, hat hauptsächlich spätgotische Substanz, Fassadenschichten und Aufstockungen aus dem Barock, enthält jede Menge weitere Schichten historischer Überformungen im Detail, statische Unwägbarkeiten, technisch-restauratorische Überraschungspotentiale. Die Bank wählt für die Planung der Revitalisierung einen lokalen, jungen Architekten: Es ist sein erster größerer Auftrag. In Etappen, mit enormem Aufwand, mit oft erst spontan, im Teamwork möglichen Entscheidungen entsteht aus der Fast-Ruine ein Modellfall des „Neuen Bauens in altem Kontext“, der auch allen internationalen Maßstäben standhält. Die technische Komplexität des Ausbaus für zeitgemäßen Betrieb ist nicht mehr spürbar, ist durchgängig in noble, räumliche Grandezza transformiert. Neues und Altes steht in faszinierender Symbiose; nichts drängt sich vor, alles hat Qualität; erlesenes altes und neues Material wirkt im Dienst des gesamtheitlichen Baucharakters; überraschend bei der Enge die innere Helligkeit aller Etagen durch Belichtungen über die Dachhülle, die hofseitigen Terrassen und Freiräume.


Kommentar der Jury: „Der Bauherr legte bewusst das Vertrauen in einen jungen Architekten, seine Vision für dieses Konzept umzusetzen. Die Landschaftsplanerin Dr. DI Bacher fügte in den spannenden Raumwechsel von außen und innen ihre Akzente ein.“

16.03.12

Ausgezeichnete Architektur 2011

Der Bauherrenpreis – einer der prestigereichsten Architekturpreise Österreichs – wird seit 1967 jährlich von der Zentralvereinigung der ArchitektInnen Österreichs vergeben und zeichnet neben den Architekten auch deren Auftraggeber aus, die sich in spezieller Weise um höchste architektonische Qualität der realisierten Projekte einsetzen.


Die ausgezeichneten Projekte im Detail:

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Concrete Student Trophy

Spannender Bewerb für Jung-Architekten: Neues Wasserkraft...
 

Alu-Architektur-Preis

Aluminium Architektur Preis vergeben: Marte.Marte mit dem...
 

Holzbaupreis Vbg.

Erster Holzbau-Architekturpreis Österreichs soll Einsatz ...
 

Bauproduktion 

Der Bauproduktionswert im Hoch- und Tiefbau verzeichnet ein Plus von 6,4%.

Auftragsbestand Bau 

Positive Entwicklung der Auftragsbestände: +10,5 Prozent zur Vorjahresperiode.

Gewährleistung 

Bauen ohne Mängel ist Utopie. Deshalb braucht es ein Gewährleistungs-Management.

Aluminium-Preis 

Ab sofort kann für den Aluminium-Architektur-Preis eingereicht werden.

Zertifikat für SIHGA 

SIHGA-Produkte erhalten das European Technical Assessment ETA-14/0160.

Studie Bewohnergesundheit 

Passivhaus-Konzept schneidet gut ab, reine Fensterlüftung ist unzureichend.

Pneumatic Wedge Methode 

Einsatz von aufblasbaren Luftpolstern zur Errichtung von Beton-Kuppeln.

Herausforderung Bauschäden 

Die Expertenbefragung "Zukunft Bauen" zeigt Trends in der Baubranche.

Trends Vergabewesen 

Eine aktuelle Befragung zeigt: Preis-Matches sind Nährboden für Korruption.

Ethouse Ausschreibung 

Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme zeichnet beste Gebäudesanierung aus.