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Immofinanz stürzt in den Keller
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 Immofinanz
Das Wiener Arsenal im dritten Wiener Gemeindebezirk beschäftigt derzeit Constantia Privatbank (CPB) und Bank Austria. Bildlich gesprochen hält auch in dieser Sache Ex-CPB-, -Immofinanz und -Immoeast-Chef Karl Petrikovics alle in Atem: Es geht um einen Riesenimmobiliendeal (rund 800 Wohnungen und eine Fläche von 71.000 m2) und eine persönliche Garantie, die Petrikovics im Zusammenhang damit gegenüber der CPB abgegeben hat.
17.12.08

Staatsanwalt rückt Immoeast-Akteuren auf die Pelle

Am vergangenen Freitag hat in der Causa Immoeast, Immofinanz die zweite großflächige Hausdurchsuchung stattgefunden - diesmal aber unbeobachtet von der Öffentlichkeit. Unter Federführung des ermittelnden Staatsanwalts Norbert Haslhofer rückte, wie schon am 25. November, die Wirtschaftspolizei zur Hausdurchsuchung aus. Mit von der Partie: Vertreter der Kammer der Wirtschaftstreuhänder - schließlich fanden die Durchsuchungen bei den Wirtschaftsprüfungskanzleien KPMG und Deloitte & Touche statt. Außerdem wurden die Wohnungen von Norbert Gertner und Karl Arco durchkämmt - Arco ist im Vorstand der Constantia Privatbank, Gertner war das bis vor kurzem.

Suche nach Beweismaterial

Warum die Ermittler bei den Wirtschaftsprüfern vorstellig wurden: Sie suchen Beweismaterial in der Causa, in der es wie berichtet um den Verdacht der Untreue, des Betrugs und der Bilanzfälschung gegen Karl Petrikovics und Co. geht. Bei der KPMG in der Wiener Porzellangasse (bei ihr hatten die Ermittler schon bei der ersten Aktion kurz angeklopft) war man vorbereitet und stellte "unzählige" Prüfungsordner bereit: Die KPMG ist seit Jahren der Wirtschaftsprüfer von Immoeast und Immofinanz.

Auch die Kollegen von Deloitte stellten "fast eine Lkw-Ladung voll Material zur Verfügung" - sie prüfen die Constantia Privatbank und die Ibag, also jene der Constantia Packaging B.V. zuzurechnenden Immofinanz Beteiligungs AG, über die die umstrittene 900-Millionen-Euro-Anleihe geflossen sein soll. Mit dem Geld dürften fast nur Aktienkäufe finanziert worden sein; 512 Millionen Euro sind noch offen. Um die wird freilich schon gestritten.
Die bei den Hausdurchsuchungen der Wirtschaftsprüfer beschlagnahmten Dokumente (die ja formal den Geprüften gehören; die Wirtschaftsprüfer selbst unterliegen strengen Verschwiegenheitspflichten) wurden, wie es in diesen Fällen vorgeschrieben ist, versiegelt. Was vom Gericht geöffnet und verwendet werden darf unterliegt strengen Regeln und der Zustimmung der Ratskammer.

Auch die Sache selbst hat sich in den vergangenen Tagen wieder ein wenig zugespitzt. Die Immoeast unter der Führung von Eduard Zehetner, der einst unter sehr widrigen Umständen die RHI saniert hat, gibt der niederländischen Constantia Packaging B.V. nur noch bis nächste Woche Zeit, die von ihr fällig gestellten 512 Mio. Euro zu überweisen. Für diesen Betrag hat die B.V. der Christine de Castelbajacs eine Haftung übernommen.

Drohende Klage

Sollte das Geld (also die Forderung der Immoeast gegen die Ibag, für die die B.V. haftet) bis dahin nicht fließen, will die Immoeast klagen. In dem Fall gilt die bereits bestehende, einstweilige gerichtliche Verfügung über das Vermögen der B.V. nämlich für die Dauer des gesamten Prozesses. Die wichtigsten Assets der B.V.: Die Mehrheit an der börsenotierten Constantia Packaging AG, die Teich AG, die Austria Metall Amag. Sollte die Idee mit der Klage realisiert werden, könnte Turnauer-Erbin Castelbajac nicht über dieses Vermögen verfügen. Sie hat aber bereits die Käufersuche für den Verpackungskonzern Packaging AG begonnen. Geplant ist derzeit rund 30 Prozent zu verkaufen.

Immoeast-Mutter Immofinanz hofft inzwischen, bis Ende Jänner eine Finanzierungszusage ihre Banken zu ergattern. Ohne die beabsichtigen Immobilien-Verkäufe braucht die Immofinanz etwa 150 bis 200 Mio. Euro bis zum Ende des Geschäftsjahres im April. Aus Bankenkreisen verlautet, man könne sich nur etwa 50 Mio. Euro vorstellen. Mit dem Studium des Restrukturierungskonzepts werden die Banker über Weihnachten beschäftigt sein: Es hat 600 Seiten.(Claudia Ruff, Renate Graber, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 17.12.2008)
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