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Die Geschäftsführer Gerald Maier-Sauerzapf und Ursula Simacek leiten die Geschicke der international tätigen Simacek Facility Management Group GmbH.






















Simacek

Die Dienstleistungsgruppe gehört zu den größten Komplettanbietern im Bereich der infrastrukturellen Facility Services (Reinigung, Bewachung, Betriebsverpflegung, Catering, Wäscherei etc.). 6.500 Mitarbeiter sorgen für einen Konzernumsatz von 165 Mio. Euro.

 

In ausländischen Märkten wird mit ca. 1.500 Mitarbeitern ein Umsatz von rund 20 Mio. Euro erwirtschaftet, die Hälfte davon in Tschechien und der Slowakei.

Facility Management: Expansion im CEE-Raum

Simacek-Geschäftsführer Gerald Maier-Sauerzapf im Interview über Expansion in den CEE-Raum

 

In welchen osteuropäischen Ländern ist Simacek mittlerweile vertreten?
Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs war es strategisch wichtig, nach Tschechien zu gehen. Vor 10 Jahren kam die Slowakei an die Reihe, seit knapp 5 Jahren sind wir dabei, weitere Märkte im Osten zu akquirieren. Derzeit sind wir zusätzlich in Rumänien, Bulgarien und Serbien vertreten. In allen Ländern bieten wir die gleichen Facility Services wie in Österreich. Üblicherweise starten wir mit Reinigungsdiensten, da in diesem Bereich die geringsten Startinvestitionen nötig sind. Security-Dienstleistungen sind da schon schwieriger, man muss darauf achten, mit den lokalen Dienstleistern nicht in Konflikt zu geraten.
 
Wenn neue Märkte erobert werden sollen: Erfolgt das erst vor Ort, oder beginnt die Expansion schon über Kunden in Österreich?
Die Expansion ergibt sich immer von Österreich aus. Wenn ein bestehender Kunde möchte, dass wir in einen bestimmten Markt gehen, prüfen wir unsere Möglichkeiten im jeweiligen Land. Dann bauen wir eine entsprechende Struktur auf und gewinnen aus eigener Kraft neue Kunden. Das ist uns auch lieber, als örtliche Firmen aufzukaufen: So können wir auch in fremden Märkten besser die eigene Unternehmenskultur etablieren. Denn muss eine andere Unternehmenskultur integriert werden, ist eine Expansion oftmals viel schwieriger. Wichtig ist ein lokaler Geschäftsführer, der gut vernetzt ist, die örtlichen Gegebenheiten gut kennt, und auch genau weiß, „wie das Land tickt“.
 
Werden in ausländischen Märkten andere Produkte als in Österreich verwendet? Wie sieht es mit zugekauften Dienstleistungen aus?
Da wir auch in Österreich darauf schauen, nur international verfügbare Produkte zu verwenden, diese auch in allen ausländischen Märkten zum Einsatz. Das gilt auch für Maschinen: So können wir etwa in allen Ländern die gleichen Schulungen durchführen, und die Ergebnisse messbar machen. Der konzernweit einheitliche Auftritt ist uns wichtig und auch nur auf diese Weise möglich. Externe Mitarbeiter oder Subunternehmen werden von uns nur in wenigen Ausnahmefällen beschäftigt.
 
Sind die Kunde vorwiegend internationale Unternehmen oder örtliche Firmen?
Zu 80 % sind es international tätige Unterneh¬men, ca. die Hälfte davon aus Österreich. Die „klassischen“ Firmen die in den entsprechenden Ländern vertreten sind, also Banken, Versicherer, Immobilienentwickler, gehören auch zu unseren Kunden. Unser Ziel ist es aber natürlich auch, lokale Kunden zu gewinnen, um einen guten Mix zu erzielen.
 
Welche wesentlichen Unterschiede gibt es bei der Arbeit und Akquisition im CEE-Raum?
In den osteuropäischen Ländern werdenmeist die gesamten Facility-Services als Gesamtpaket ausgelagert. In Österreich werden immer noch häufig einzelne Dienste outgesourct. Das hat vermutlich historische Gründe: In Österreich sind diese Dinge langsam gewachsen, in Osteuropa wurden nach der Wende einige Schritte übersprungen und direkt Vorgehensweisen aus dem angloamerikanischen Raum übernommen. In Österreich gibt es ja auch die Ausbildung zum Facility Manager erst seit einigen Jahren.
 
Wie wird Simacek als österreichischer Betrieb in den Ländern aufgenommen?

Unserer Erfahrung ist, dass man als Österreicher positiv wahrgenommen wird und immer willkommen ist. Noch dazu steht die Internationalität eines Dienstleisters für wirtschaftliche Expansion und Arbeitsplätze für diese Länder. Auch grundsätzlich streben die Firmen danach, ihre Aufträge an internationale Unternehmen zu vergeben, weil deren Auftritt mit Qualität verbunden wird. Natürlich herrscht ein großer Marktdruck, der einen Konkurrenzkampf zur Folge hat. Im Endeffekt geht es um die Preisgestaltung und das Dienstleistungsspektrum – nicht um die Herkunft einer Firma.
 
Simacek ist nicht als Aussteller auf der Real Vienna vertreten. Werden Sie die Messe besuchen?
Die Messe ist ein wichtiger Treffpunkt für die Branche und ihr Umfeld. Dass wir nicht als Aussteller auf der Messe sind, hat mit einer grundsätzlichen Firmen-Policy zu tun. Viele Mitarbeiter werden die Real Vienna aber als Besucher zum Netzwerken nutzen. Der Vorteil ist, dass man dort wirklich die ganze Branche trifft und viele Gespräche mit möglichen Partnern an einem Tag führen kann.

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