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Christoph Petermann, Geschäftsführer der Raiffeisen Immobilien Vermittlung
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"Was in der Automobilindustrie bereits seit Jahren Thema ist – gleiche Leistung bei geringerem Energieverbrauch – wird auch für die Immobilienbranche zunehmend wichtig."

Christoph Petermann, Geschäftsführer der Raiffeisen Immobilien Vermittlung

31.05.12 Gastkommentar

Immobilientrend Downsizing: Small is beautifull

Immobilien-Profis, die mit offenen Ohren und Augen durch die Welt gehen, empfangen derzeit immer häufiger neue Signale ihrer Kunden: Während es im Luxus-Segment gar nicht großzügig und exquisit genug sein kann, schreckt der durchschnittliche Immobiliensuchende vor üppiger Wohnfläche und teurer Ausstattung zunehmend zurück. Effizientes Raumangebot, vernünftige Anschaffungskosten und vor allem überschaubare Energiekosten gewinnen dagegen zunehmend an Bedeutung - Downsizing ist angesagt.

Zurückzuführen ist die steigende Nachfrage nach kleineren bis mittelgroßen Objekten einerseits auf demographische Faktoren: Die durchschnittliche Haushaltsgröße in Österreich sank von 3,02 Personen im Jahr 1961 auf 2,28 Personen im Jahr 2011 (Quelle: Statistik Austria). Kinderreiche Familien werden seltener, die Anzahl der Single-Haushalte wächst – kein Wunder also, dass das Interesse an Häusern oder Wohnungen mit 150 m2 Wohnfläche oder mehr sinkt. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung, was zur Folge hat, dass viele ältere Menschen nach dem Auszug ihrer Kinder allein oder zu zweit ein Heim bewohnen, das eigentlich längst zu groß geworden ist. Diese Entwicklung dürfte den Trend zum Downsizing in Zukunft sogar noch weiter verstärken: Immer mehr ältere Menschen werden dem klassischen Familiendomizil mit drei bis vier Schlafzimmern und weitläufigem Garten den Rücken kehren und sich auf die Suche nach überschaubaren Wohneinheiten begeben, die zu ihren geänderten Bedürfnissen passen. Aber auch junge Menschen entscheiden sich immer häufiger bewusst für kleinere Objekte, die nicht nur preisgünstiger sind, sondern auch einfacher zu pflegen und zu erhalten.

Ein weiteres gewichtiges Argument für kleinere Objekte sind die steigenden Energiekosten. Was in der Automobilindustrie bereits seit Jahren Thema ist – gleiche Leistung bei geringerem Energieverbrauch – wird folglich auch für die Immobilienbranche zunehmend wichtig. Erreicht werden kann dieser Effekt durch bautechnische Innovationen - eine nach modernem Standard errichtete Wohnung braucht heute gerade einmal halb soviel Energie wie ein gleich großes Objekt aus den 1970er Jahren – und/oder durch kleinere Einheiten. Diese haben den zusätzlichen Vorteil, weniger Grundfläche zu benötigen. Dadurch sind sie nicht nur nachhaltiger und umweltschonender, sondern auch günstiger in der Anschaffung. Ein Vorzug, dem sich in wirtschaftlich unsicheren Zeiten – Stichwort Finanzkrise - immer weniger Immobiliensuchende verschließen können.

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