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Bureau Veritas Geschäftsführer Rudolf Pichler

Eile geboten: Stahlbetriebe brauchen EU-konforme Zulassung

Etwa zwei Drittel der 5.000 heimischen Stahl- und Metallbaubetriebe müssen sich zwecks EU-konformer Produktzulassung bis 1. Juli 2012 einer Zertifizierung unterziehen. Ohne die dadurch erlangte Berechtigung dürfen Stahlbauer und Schlosser, die Tragwerke aus Metall herstellen, diese ab Mitte nächsten Jahres nicht mehr in Verkehr bringen. Konkret schreibt die entsprechende Euronorm eine verpflichtende Überprüfung der werkseigenen Produktionskontrolle vor, die von eigens akkreditierten Zertifizierungsstellen durchgeführt wird.

Säumigkeit vor allem bei KMUs
Eine Telefonumfrage hat aber ergeben, dass noch nicht alle betroffenen Betriebe „ihre Hausaufgaben gemacht haben“, wie Rudolf Pichler, Österreich-Geschäftsführer des international tätigen Zertifizierungsunternehmens Bureau Veritas weiß: „Wir schätzen, dass mehr als die Hälfte der ca. 3.500 betroffenen Unternehmen sich noch nicht mit der Aufgabe beschäftigt hat!“ Pichler spricht von dringendem Handlungsbedarf vor allem bei KMUs, die den erforderlichen Aufwand offensichtlich unterschätzen: „Der Prüfungsprozess ist kompliziert und zeitaufwändig und vor allem für die vielen kleinen Betriebe eine große Herausforderung!“

Engpass bei Prüfanstalten
Zu Problemen könne es auch angesichts der derzeit noch geringen Zahl an
prüfungsberechtigten Zertifizierungsunternehmen kommen, so Pichler.

Denn die Prüfanstalten müssen zunächst selbst einen Akkreditierungsprozess durchlaufen, um eine Prüfungsberechtigung für die werkseigene Produktionskontrolle bei Stahlbauunternehmen zu erlangen. Je näher die Frist rückt, umso größer werde der Andrang bei den Prüfstellen, was wiederum mangels Kapazitäten zu Verzögerungen über den Stichtag hinaus führen kann, betont Pichler. Dies hätte in der Folge auch negative Auswirkungen auf diverse Produktionsketten, nachdem die Stahlbauer Tragwerke zumeist für die Verarbeitung in Bauobjekten fertigen.

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